
Selbstgeschrieben | ohne KI
Du hast am Wochenende endlich ausgemistet, mehrere Tüten aussortiert und dachtest, jetzt wird es zuhause endlich ruhiger. Aber wenige Wochen später sieht es wieder genauso aus wie vorher. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut und habe erst nach einigen Jahren verstanden, warum Ausmisten allein bei uns nicht gereicht hat.
Wenn ich erzähle, dass ich auf meinem Blog über Ausmisten, Minimalismus und Slow Living schreibe, sehe ich oft dieses kurze Zögern im Gesicht meiner Zuhörer. „Echt, darüber kann man einen ganzen Blog schreiben?!“ Denn Ausmisten kann doch eigentlich jeder – dazu braucht es doch keinen Ratgeber. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber genau das denken die Meisten, bis sie das erste Mal bewusst ausmisten und merken, dass es nicht so einfach ist, wie gedacht.
Aber du bist hier ja nicht zufällig gelandet. Irgendwas hat dich auf diesen Link klicken lassen und nun wollen wir herausfinden, was es war… Das Thema Ausmisten ist eigentlich ganz einfach: Man schaut seine Dinge durch, entscheidet, was gehen darf und entsorgt es dann. Doch der Prozess dahinter ist ganz schön anstrengend und langwierig. Doch keine Angst! Nach gewisser Zeit wird es einfacher und du findest vielleicht wie ich einen neuen Umgang mit deinem Alltag.
Also nochmal: Warum möchtest du ausmisten? Möchtest du mehr Ordnung? Mehr Platz? Weniger zu Putzen und Entstauben? Weniger Möbel oder einfach mentalen Ballast loswerden, der irgendwie mit den ganzen Dingen um dich herum verknüpft ist dazu schreibe ich in meinem Workbook? Das klingt aktuell nach keiner großen Antwort, aber sie wird eine Art Kompass während des Prozesses. Nimm dir die Zeit und schreibe deine Gedanken zum WARUM auf einen Zettel und hänge ihn dir sichtbar in deinem Zuhause auf.
Was genau am Ausmisten ist denn nicht so einfach?
Ausmisten kann überfordernd sein
Jeder hat seinen eigenen Status Quo. Manche Menschen besitzen mehr und manche weniger (aber ich glaube, alle haben mehr als genug) und besonders am Anfang, wenn man erstmals Lust hat, Dinge loszuwerden, möchte man GROß anfangen. Am besten den gesamten Kleiderschrank! In der Regel endet das aber im absoluten Chaos, denn unsere Zeit ist begrenzt und leider merkt man erst mittendrin, wie groß diese Aufgabe ist. Wenn etwa 100 Kleidungsstücke auf einem Haufen liegen, merkt man, wie viel Gewicht es ist, wie viele Entscheidungen vor einem liegen, welche Erinnerungen hochkommen und wie wertvoll jedes einzelne Teil plötzlich ist. Man braucht Zeit, Durchhaltevermögen und am besten einen ganzen Tag. Denn mit dem Rausholen und Sortieren ist es noch lange nicht getan. Die harte Arbeit beginnt erst dann – und das wird eine bewusst, wenn man inmitten einer riesigen Kleidungsstücke-Landschaft auf dem Boden sitzt.
Loslassen kann schwierig sein
Bestimmt hast du ein schlechtes Gewissen bei Dingen, die du geschenkt bekommen hast oder mal teuer waren. Vielleicht trauerst du auch einer Version nach, die du mal warst oder sein möchtest (aber vermutlich nie sein wirst?) Loslassen wird plötzlich so schwierig, weil du die Dinge nicht einfach hergeben möchtest. Du bist emotional mit ihnen verknüpft, was eigentlich komisch ist, weil du vieles lange nicht benutzt hast. Das ist übrigens völlig normal! Das geht vielen so – mir genauso. In diesen Momenten musst du dir die richtigen Fragen stellen, damit du dein eigentliches Ziel weiter verfolgen kannst.
Die Arbeit nach dem Ausmisten erfordert Zeit
Jeder kennt die Videos, wo Menschen sich große Säcke nehmen und alles reinstopfen, was sie finden können. Weg! Weg! Weg damit! Solche Aktionen passieren besonders häufig, wenn die Überforderung so stark ist, dass man möglichst schnell handeln möchte. Man möchte einen Schlussstrich ziehen und es einfach aus den Augen haben. Und ich kann es so verstehen, doch genau das ist langfristig nicht förderlich. Wohin mit diesen riesigen Säcken, die in keine Mülltonne mehr passen, die einen Mix aus Plastik, Restmüll, Altkleider und Sonstigem beinhalten… wohin mit dieser Masse an Sachen? Bringhof? Spende? Flohmarkt? Aber man verliert genau dann ganz schnell die Lust, der Alltag kommt zurück und die Säcke stehen da – warten auf den zweiten Schritt. Sie werden hinter der Tür versteckt, landen irgendwann im Keller und im schlimmsten Fall werden auch Teile nochmal rausgeholt. Nein, so sollte es nicht laufen!

Warum dein Zuhause trotz Ausmisten immer wieder voll wird
Wenn man beim Ausmisten gut voran kommt, hat man ein tolles Gefühl. Endlich ist der alte Schrott weg, endlich wieder ein bisschen mehr Platz und irgendwie fühlt man sich auch erleichtert. Sobald man aber bei Instagram scrollt oder bummeln geht, entsteht wieder so eine Art Leere. Man möchte sich gerne anders kleiden, man braucht doch dringend diesen einen Pulli und die Vase ist ja ohnehin viel schöner als die alte. DIE wird dann in Ehren gehalten. DER Pulli ist das fehlende Teil im Schrank, mit dem jedes Outfit funktioniert. Ich sage dir, es geht schneller als dir lieb ist. Die Glücksgefühle vom Kauf lassen nach, der Pulli bekommt wie die anderen auch diese Stoffpummel, die Vase ist eigentlich auch nichts besonderes und soo viel Platz ist im Schrank plötzlich doch nicht mehr. Vielleicht mistest du nicht genau diese Dinge aus, aber dafür wieder ein paar andere. Fühlst dich gut, hast wieder was geschafft. Und was soll ich sagen… es wird wieder kommen. Dieses eine Gefühl… der Leere, der Unvollkommenheit.
Vielleicht liegt das Problem also gar nicht daran, dass du nicht oft genug ausmistest, sondern daran, dass du noch keinen Weg gefunden hast, langfristig mit weniger Dingen zufrieden zu sein. Mir hat es damals sehr geholfen, nicht einfach wahllos Dinge loszuwerden, sondern mir bewusst zu machen, warum ich überhaupt ausmisten möchte, welche Dinge ich wirklich brauche und weshalb mir manche Entscheidungen so schwerfallen. Genau darum geht es auch in meinem Workbook. Nicht darum, möglichst schnell möglichst viel wegzuwerfen, sondern einen Anfang zu finden, der zu dir und deinem Alltag passt.
Hier kannst du dir mein Workbook anschauen

Das Geheimnis von Ordnung
Ich mag es gerne ordentlich, aber mein Alltag ist es nicht. Mein kleines Kind räumt Spielzeug innerhalb von Minuten von A nach B und Oben und unten. Wenn er isst, kann ich danach den Kärcher holen und alle halbe Jahre braucht er neue Dinge. Ich selbst bin nicht besser (ich esse mit deutlich weniger Flecken). Aber genau das ist unser Leben! Wir spielen, wir basteln, wir gehen raus und rein, haben Hobbys und leben uns im Zuhause aus. Was ich nicht möchte? Nach Hause kommen und nicht wissen, wo noch Platz für unsere Schuhe und Jacken ist, wo man aufpassen muss, wo man hintritt, permanent alles sucht und einfach nicht zur Ruhe kommen kann, weil immer irgendwas im Haushalt ansteht. Und das Geheimnis…psst… sind einfach weniger Dinge. Weniger Schuhe, sodass jedes Paar einen Platz im Regal findet. Bücher, die in das Regal passen, Pullis, die man nicht in die Schublade quetschen muss. Ich sage es nochmal: Das Geheimnis ist W E N I G E R. Weniger von allem: Weniger Zeug, weniger Termine und weniger Stress.

Richtig ausmisten?
Wer bin ich schon, dass ich mit meinen 32 Jahren sagen kann, wer wie auszumisten hat? Ein Zuhause, ein Kleiderschrank und Geschmäcker generell sind so individuell, dass das wirklich jedem selbst überlassen ist. DU entscheidest, was du liebst und was du gerne benutzt. Niemand schreibt dir vor, wie viele Dinge du in deinem Zuhause haben musst, um zufrieden zu sein. Das entscheidest ganz du selbst. Wenn Bücher deine Leidenschaft sind, warum zur Hölle solltest du sie dann ausmisten?! Wenn DU merkst, dass sie dir langsam über die Bücherwand hinaus wachsen, nicht mehr alle zu dir passen und du einen frischen Wind brauchst, dann fang gerne mit dem Ausmisten an. Mein Vorschlag: Schritt für Schritt. Reihe für Reihe, Buch für Buch. Überlege, was du nach dem Ausmisten mit ihnen tun kannst. Spenden? Verkaufen? Verschenken? Es gibt so viele Möglichkeiten und du findest mit Sicherheit eine, die zu dir passt. Aber eine Sache ist noch ganz wichtig: Wenn du Ausmisten möchtest, gibt es eigentlich nur ein Ziel: Dinge loswerden und ihnen im besten Fall ein neues Zuhause geben. Wenn du gleichzeitig noch viel Geld damit machen möchtest, wird es nicht klappen. Freue dich über jeden Euro, den du für deine Sachen noch bekommst. Weitere Hilfestellungen findest du in meinem Workbook.

Wie erreicht man Ruhe & Zufriedenheit?
Übung macht den Meister. Zu Beginn meiner „Reise“ habe ich oft ziemlich groß ausgemistet und bin mehrmals mit einem vollbeladenen Auto zum Bringhof gefahren. Ich habe es nicht dokumentiert, aber die Anzahl an Dingen, die ich über Ebay, vinted und meinen WhatsApp Status verkauft habe, ist gigantisch! Ich bin da selbst wirklich stolz drauf. Manchmal dauert es einen Moment, aber ich bin so viel losgeworden und musste keine Kosten für die Entsorgung zahlen. Mittlerweile habe ich einen Status Quo erreicht, wo ich Kaputtes in unsere schwarze Tonne werfe, noch gut erhaltenes nach und nach verkaufe und vieles (zB Kindersachen auch verschenke). Ich fühle mich leichter, viel zufriedener, aber ein Endstadium gibt es vermutlich nicht. Mit Kind kommt so viel Neues ins Zuhause, ich habe viele Hobbys und das ist doch auch schön, oder? Aber bevor es einen überfordert, man nicht mehr weiterkommt, alles vollgestopft ist, sollte man einfach mal den ersten Schritt machen.

Du musst nicht alles auf einmal schaffen. Aber du kannst heute anfangen.
Vielleicht hast du dich in einigen Situationen wiedererkannt und weißt eigentlich schon lange, dass du etwas verändern möchtest. Du wünschst dir weniger Dinge, weniger Chaos und vor allem weniger von diesem Gefühl, dass zu Hause immer noch irgendetwas erledigt werden muss. Ich kenne das nur zu gut. Und auch wenn ich mittlerweile seit einigen Jahren minimalistischer lebe, bedeutet das nicht, dass bei uns immer alles perfekt aufgeräumt ist. Das muss es auch überhaupt nicht sein.
Was sich aber verändert hat, ist mein Umgang mit den Dingen, die wir besitzen. Ich treffe Entscheidungen bewusster, weiß besser, was wir wirklich brauchen, und habe gelernt, das Ausmisten in meinen Alltag zu integrieren, ohne daraus ständig ein riesiges Projekt zu machen. Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, habe ich genau dafür mein Workbook „Aussortieren – anfangen und durchhalten“ erstellt. Auf 47 Seiten findest du meine Erfahrungen, praktische Übungen, verschiedene Methoden zum Aussortieren und einen Plan, der dir hilft, Schritt für Schritt voranzukommen. Du musst nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten oder erst einen ganzen Tag freischaufeln. Du darfst klein anfangen.
Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei, dein Zuhause Stück für Stück wieder zu einem Ort zu machen, an dem du dich wohlfühlst.
Deine Laura


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