Bewusst kaufen: 3 Ideen

Bewusst konsumieren: 3 Dinge, die mir helfen, weniger unnötig zu kaufen

Darf man als Minimalistin eigentlich noch neue Dinge kaufen? Darf man online shoppen, sich etwas gönnen oder einfach etwas Schönes kaufen, obwohl man doch eigentlich weniger besitzen möchte? Ich finde: Ja, natürlich!

Denn Minimalismus bedeutet für mich nicht, möglichst wenig zu besitzen oder auf alles verzichten zu müssen. Vielmehr geht es darum, bewusster mit den Dingen umzugehen, die wir bereits haben, und uns bei neuen Anschaffungen zu fragen, ob sie wirklich zu unserem Leben passen. Trotzdem weiß ich aus eigener Erfahrung, wie schnell man Dinge kauft, die man eigentlich überhaupt nicht braucht.

Warum ich angefangen habe, mein Konsumverhalten zu hinterfragen

Als ich 2020 angefangen habe, minimalistischer zu leben, ging es mir zunächst hauptsächlich darum, weniger Dinge zu besitzen. Ich wollte endlich Ordnung in mein Zuhause bringen und nicht ständig das Gefühl haben, noch irgendetwas erledigen, aufräumen oder organisieren zu müssen. Mit der Zeit habe ich allerdings verstanden, dass Ausmisten allein nicht ausreicht.

Ich musste also nicht nur lernen, mich von Dingen zu trennen, sondern auch mein eigenes Kaufverhalten zu hinterfragen. Und das bedeutet nicht, dass ich seitdem nichts mehr kaufe. Ganz im Gegenteil. Ich mag schöne Dinge, stöbere gerne mal online und freue mich auch heute noch über neue Anschaffungen. Der Unterschied ist nur, dass ich mittlerweile viel bewusster entscheide, was tatsächlich bei uns einziehen darf.

1. Ich kaufe nicht mehr jeden Wunsch sofort

Kennst du das, wenn du abends auf dem Sofa sitzt, durch Instagram oder Pinterest scrollst und plötzlich etwas entdeckst, das du unbedingt haben möchtest? Vielleicht ist es eine schöne Vase, ein neues Kleidungsstück oder irgendein praktisches Produkt, das deinen Alltag vermeintlich einfacher machen soll.

Ich glaube, dass wir häufig nicht nur das Produkt selbst kaufen möchten, sondern vor allem das Gefühl, das wir damit verbinden. Ein schöneres Zuhause. Mehr Ordnung. Ein bisschen Belohnung nach einem anstrengenden Tag. Deshalb versuche ich mittlerweile, bei solchen spontanen Kaufwünschen erst einmal abzuwarten.

Wenn ich etwas entdecke, das ich nicht unmittelbar brauche, schreibe ich es auf meine Wunschliste oder speichere es mir ab. Dann warte ich mindestens 72 Stunden. Wenn ich nach drei Tagen immer noch daran denke und mir vorstellen kann, wie ich es tatsächlich verwenden möchte, beschäftige ich mich noch einmal damit. Erstaunlicherweise verschwinden viele Wünsche in dieser Zeit ganz von allein. Natürlich funktioniert das nicht bei jeder Anschaffung und manchmal kaufe ich auch etwas spontan. Aber diese kleine Pause hat mir geholfen, nicht mehr jedem Kaufimpuls sofort nachzugeben. Denn nur weil ich etwas schön finde, muss ich es nicht automatisch besitzen.

2. Ich überlege mir vorher, was ich wirklich brauche

Früher habe ich mich beim Einkaufen ziemlich schnell von anderen Dingen ablenken lassen. Eigentlich wollte ich nur eine bestimmte Sache besorgen und am Ende landeten noch drei weitere Produkte im Einkaufswagen. Gerade online passiert das unglaublich schnell, weil uns ständig neue Angebote und vermeintlich praktische Dinge vorgeschlagen werden. Heute versuche ich deshalb, mir bereits vor dem Einkaufen zu überlegen, was ich eigentlich suche.

Ein gutes Beispiel ist mein Rucksack. Als Mama, Marketing Managerin und Fotografin bin ich viel unterwegs und habe eigentlich immer einen Rucksack dabei. Über die Jahre habe ich gemerkt, welche Eigenschaften mir wichtig sind und was mich an meinem bisherigen Rucksack stört. Also habe ich mir zunächst überlegt, was ein neuer Rucksack können muss. Er sollte verschiedene Fächer haben, abwaschbar sein, mir optisch gefallen und mich möglichst lange begleiten. Anstatt einfach irgendeinen schönen Rucksack zu kaufen, habe ich gezielt nach einem gesucht, der diese Anforderungen erfüllt. Und genau das versuche ich mittlerweile bei vielen Anschaffungen.

Ich habe außerdem gelernt, beim Einkaufen nicht ausschließlich auf den Preis zu achten. Natürlich spielt Geld eine wichtige Rolle. Aber ein günstiges Produkt, das nach kurzer Zeit kaputtgeht oder gar nicht richtig zu meinem Alltag passt, ist für mich nicht automatisch die bessere Entscheidung. Ich möchte lieber Dinge kaufen, die ich gerne und regelmäßig benutze. Dabei achte ich auf Qualität, Funktionalität und natürlich auch darauf, dass mir die Sachen gefallen. Denn ich finde, dass Minimalismus nicht bedeutet, sich mit Dingen zufriedenzugeben, die man eigentlich überhaupt nicht mag.


Passend zu diesem Thema durfte ich mir vor Kurzem einige Produkte von reisenthel aussuchen. Ich habe mich dabei bewusst für Dinge entschieden, die ich in meinem Alltag tatsächlich gebrauchen kann. Gerade bei Taschen und Rucksäcken ist es mir wichtig, dass sie praktisch sind und ich meine Sachen gut organisieren kann, ohne ständig nach irgendetwas suchen zu müssen. Meine ausgewählten Produkte zeige ich dir auch in meinem YouTube-Video.

3. Größere Anschaffungen kommen auf meine Wunschliste

Eine Gewohnheit, die sich bei uns über die letzten Jahre entwickelt hat, ist das Führen einer Wunschliste. Dabei unterscheide ich zwischen Dingen, die wir tatsächlich brauchen, und Dingen, die wir einfach gerne hätten. Was als größere Anschaffung gilt, ist natürlich bei jedem anders. Bei mir landen meistens Dinge ab ungefähr 70 Euro zunächst auf dieser Liste. Das können neue Bettwäsche, eine Kommode für mein Büro, ein Kindersitz oder auch schöne Dinge für unser Zuhause sein. Denn selbst wenn 70 Euro für eine einzelne Anschaffung nicht unbedingt viel erscheinen, kann über den Monat verteilt eine ziemlich große Summe zusammenkommen. Vor allem dann, wenn man sich viele kleine und größere Wünsche sofort erfüllt.

Auf unserer Liste stehen deshalb zwei Kategorien: Dinge, die wir brauchen, und Dinge, die schön wären, aber nicht notwendig sind.

Bei den Dingen, die wir brauchen, schauen wir uns meistens verschiedene Möglichkeiten an, vergleichen und überlegen, welche Anschaffung langfristig sinnvoll ist. Bei den anderen Dingen lassen wir uns bewusst mehr Zeit. Manche Wünsche stehen bei mir tatsächlich schon seit Jahren auf dieser Liste. Und das ist vollkommen in Ordnung. Andere verschwinden irgendwann wieder, weil ich feststelle, dass ich sie eigentlich überhaupt nicht mehr haben möchte. Und manchmal wandert ein Wunsch auch von der einen auf die andere Liste, weil sich unser Alltag oder unsere Bedürfnisse verändert haben.

Genau das war beispielsweise bei meinem neuen Rucksack der Fall. Ich hatte mir schon lange einen neuen gewünscht, aber zunächst keinen wirklichen Grund gesehen, meinen bisherigen auszutauschen. Irgendwann wurde mir allerdings klar, dass ein anderer Rucksack meinen Alltag tatsächlich erleichtern würde. Also habe ich mich ganz bewusst für einen neuen entschieden. Und ich glaube, dass genau darin der Unterschied zwischen ständigem Konsum und bewussten Kaufentscheidungen liegt.

Minimalismus bedeutet nicht, auf alles verzichten zu müssen

Was ich in den letzten Jahren gelernt habe: Wir müssen beim Thema Minimalismus aufpassen, nicht von einem Extrem ins andere zu rutschen. Es geht nicht darum, sich plötzlich jeden Wunsch zu verbieten oder ein schlechtes Gewissen zu haben, sobald man etwas Neues kauft. Wir arbeiten für unser Geld und dürfen es natürlich auch für Dinge ausgeben, die uns Freude machen. Aber ich finde es unglaublich befreiend, nicht mehr das Gefühl zu haben, ständig etwas Neues zu brauchen.

Nicht jedes schöne Produkt muss in unserem Zuhause stehen. Nicht jede neue Idee muss sofort umgesetzt werden. Und nicht jeder Wunsch muss unmittelbar erfüllt werden. Für mich bedeutet bewusster Konsum deshalb vor allem, selbst zu entscheiden, was wirklich einen Platz in meinem Leben bekommen soll. Und manchmal ist das eben auch ein neues, schönes Produkt.

Mein Fazit: Weniger kaufen, ohne auf alles zu verzichten

Seit ich mein Kaufverhalten bewusster hinterfrage, hat sich nicht nur verändert, wie ich einkaufe, sondern auch, wie ich über die Dinge denke, die ich bereits besitze. Ich habe gelernt, Wünsche auch einfach mal stehen zu lassen, Anschaffungen besser zu planen und nicht ständig nach neuen Dingen zu suchen, die mein Leben vermeintlich verbessern.

Das klappt natürlich nicht immer perfekt. Aber darum geht es mir beim Minimalismus auch überhaupt nicht. Ich möchte ein Zuhause, in dem wir uns wohlfühlen, genügend Platz für die Dinge haben, die wir wirklich brauchen, und nicht ständig damit beschäftigt sind, unseren Besitz zu organisieren. Und dazu gehört eben auch, darauf zu achten, was überhaupt neu dazukommt.

Dann mach gerne bei meiner kostenlosen 30-Tage-No-Buy-Challenge mit. Du bekommst eine Vorlage, mit der du deine eigenen Regeln festlegen und deine Erfahrungen festhalten kannst.

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Mich würde interessieren: Kaufst du mittlerweile bewusster ein oder fällt es dir manchmal schwer, einem spontanen Kaufwunsch zu widerstehen?

Liebe Grüße, Laura

Minimalismus + Slow Living im Mama-Alltag

Laura Goess | hallo@laurajustminimal.de

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