Vielleicht brauchst du einfach Weniger!
Ich wollte nie Minimalistin sein, denn eigentlich liebe ich Dinge! Vor allem schöne Dinge: Möbel, Bilder, Blumen, Bücher, schöne Kleidung, gemütliche Bettwäsche… aber schöne Dinge haben auch ihren Preis, der nicht immer etwas mit Geld zu tun hat. Warum Minimalismus mein Leben positiv verändert hat und warum auch du über einen minimalistischeren Lebensstil nachdenken solltest, erfährst du in diesem Artikel.
Damals war ich 26 Jahre alt und hatte ständig das Gefühl, dass mein Leben aus offenen Aufgaben bestand. Es gab immer etwas zu erledigen. Nie kam der Moment, in dem ich wirklich das Gefühl hatte, fertig zu sein. Selbst abends auf dem Sofa konnte ich nicht entspannen. Mein Blick fiel auf die Wäsche, die noch gemacht werden musste. Auf die Dinge, die herumlagen. Auf die vielen kleinen Aufgaben, die ich gedanklich schon für den nächsten Tag plante.
Pausen hätten mir wirklich gut getan. Doch dafür war scheinbar keine Zeit.
Heute weiß ich, dass mich nicht nur die vielen Aufgaben belastet haben. Es waren auch die vielen Dinge in meinem Zuhause. Jeder Gegenstand wollte organisiert, aufgeräumt oder gepflegt werden. Die Menge an Besitz hat mich mehr überfordert, als ich damals erkannt habe.
Durch Zufall stieß ich auf ein Buch, das mein Leben veränderte. Nicht von heute auf morgen und nicht mit einem lauten Knall. Aber mit einem Gedanken, der inzwischen zu etwas viel Größerem geworden ist.
Vielleicht erkennst du dich wieder, wenn du aktuell nicht weißt, was zu zuerst anfangen sollst, dein Terminkalender platzt und dein zu Hause das reinste Chaos ist. Wie Minimalismus mein Leben als Mama verändert hat, kannst du hier lesen.
Warum mich zu viele Dinge überfordert haben
Ich merkte, dass die Unordnung in meinem zu Hause ein Grund war, warum ich mich so überladen fühlte, fing ich an, alles in Kisten und Ordner zu sortieren. Ich war fest davon überzeugt, dass mir einfach das richtige Ordnungssystem fehlte. Schließlich schien es bei anderen Menschen ja auch zu funktionieren. Überall sah ich perfekt organisierte Schubladen, Vorratskammern und Kleiderschränke und dachte, dass ich einfach noch nicht die richtige Methode gefunden hätte.
Demnach waren dann bei mir die Schubladen teilweise so organisiert, dass kein Zentimeter mehr frei war. Meine Kleidung faltete ich besonders klein, damit noch mehr in die Schubladen passte und ich kaufte Kisten, Fächer, Boxen und alle möglichen Aufbewahrungs-Gadgets, die man finden konnte, um mein zu Hause zu organisieren.
Doch leider muss ich dich enttäuschen: Es war einfach nicht alltagstauglich. Sobald ich eine Hose rauszog, kamen noch zwei Weitere automatisch mit, die Falttechnik dauerte manchmal einfach zu lang und die Schubladen waren durch die vielen Sachen so schwer, dass sie durchhingen. Und was mich oft am Meisten ärgerte: Die Ordnungshelfer waren nicht nur teuer, sondern passten oft auch nicht richtig in meinen vorgegeben Ort. Das schaffte also wieder Unruhe und leichter fühlte es sich auch nicht an.
Woran du erkennst, dass dich zu viele Dinge überfordern
- Du räumst ständig auf und es wird trotzdem nicht ordentlich.
- Du findest wichtige Dinge nicht wieder.
- Du kaufst immer neue Aufbewahrungsboxen.
- Du fühlst dich zuhause selten entspannt.
- Du schiebst das Ausmisten vor dir her.
Warum Ausmisten für mich der erste Schritt war
Dieses Buch veränderte meine Sichtweise und ich verstand, dass weniger Dinge die Lösung sein könnte. Weniger Dinge bedeutet schließlich auch weniger zu organisieren. Ok! Also fing ich ganz wild an auszumisten und schmiss viele Dinge einfach weg. Wahllos, chaotisch, zwischendurch wie in einem Wahn! Als ich verstanden hatte, dass nicht die Organisation, sondern die Menge mein Problem war, machte ich das, was wahrscheinlich viele tun: Ich schoss komplett über das Ziel hinaus.
Plötzlich wollte ich alles loswerden. Schubladen, Regale, Kisten – nichts war mehr sicher vor mir. Ich mistete wahllos aus, füllte Tüten, stapelte Kisten im Flur und war fest davon überzeugt, dass ich nur genug Dinge loswerden müsste, damit sich endlich alles leichter anfühlt. Falls du dieses Gefühl auch schon mal hattest: Es endet im absoluten Chaos! Dennoch gefiel mir die Idee von Weniger und ich gab nicht auf. Immer wieder sortiere ich etwas aus, spendete Kleidung und packte viele Dinge in Kisten und Tüten. Hauptsache es war aus meinem Blickfeld!
Wie schön wäre es, wenn ich dir jetzt erzähle, dass das meine Geschichte ist. Überforderte 26-Jährige mistet ihr Kinderzimmer aus und lebt seither glücklich und zufrieden – leider fängt meine Geschichte da erst an!

Die meisten Menschen glauben, Ausmisten sei die Arbeit. Tatsächlich beginnt die eigentliche Arbeit oft erst danach.
Weniger zu besitzen ist nicht nur ein langer, anstrengender Weg, sondern auch viel innere Arbeit, Frust, Zeit und Geld, die in diesen Prozess fließen. Mittlerweile bin ich 33 Jahre und an einem Punkt, wo Dinge nicht mehr meinen Alltag bestimmen, ich auch mit weniger zufrieden zu sein kann und mich nicht mehr so überfordert von zu vielen Dingen fühle. Hier auf meinem Blog teile ich meine Erfahrungen und erzähle dir gerne von meiner Reise, damit es bei dir vielleicht nicht so lange dauert und holprig ist.
Mit dem Ausmisten anfangen
Mit dem Ausmisten von Dingen anzufangen ist in der Regel der erste richtige Schritt zu einem minimalistischeren Leben. Die meisten fangen seit dem Buch von Marie Kondo mit dem Kleiderschrank an und genau so war es damals bei mir auch. Alles, was mir ansatzweise nicht mehr gefiel, kam weg. Wenn du anfangen möchtest, aber nicht weißt, wo – dann ist mein kostenloser Ausmist-Guide vielleicht etwas für dich!
Auch wenn der Schrank erstmal leerer und aufgeräumter war, fühlte es sich noch nicht fertig an. Schließlich war im Wohnzimmer auch noch genug Zeug und der Flur ist auch permanent unordentlich. Ich dachte damals, die anderen Menschen in meinem Haushalt wären das Problem. Selbst wenn mein Partner ordentlicher gewesen wäre, hätten wir immer noch zu viele Dinge gehabt.
Du musst nicht alles wegschmeißen
Eine Sache möchte ich an dieser Stelle unbedingt sagen: Ich bin bis heute keine Person, die möglichst wenig besitzen möchte. Ich liebe schöne Dinge noch immer. Ich kaufe gerne Bücher, freue mich über frische Blumen auf dem Esstisch und kann mich stundenlang mit schönen Wohnideen beschäftigen. Auch heute steht bei mir Deko herum, ich habe Erinnerungsstücke und kaufe mir hin und wieder Dinge, die mir einfach gefallen.
Früher dachte ich immer, Minimalismus würde bedeuten, auf all das verzichten zu müssen. Mittlerweile weiß ich, dass das überhaupt nicht der Punkt ist. Für mich geht es heute viel weniger darum, wie viele Dinge ich besitze, sondern vielmehr darum, welche Dinge einen Platz in meinem Zuhause und damit auch in meinem Leben bekommen dürfen.
Denn etwas habe ich über die Jahre gelernt: Dinge sind nicht so neutral, wie wir oft denken. Jeder Gegenstand bringt eine kleine Aufgabe mit sich.
Die Vase auf dem Regal muss irgendwann abgestaubt werden. Die Jacke braucht einen festen Platz im Flur. Die Kerze auf dem Sideboard wird beim Putzen von einer Ecke in die andere geräumt. Die Schublade, in der immer mehr Kleinkram landet, muss irgendwann aussortiert werden. Keine dieser Aufgaben ist besonders groß oder dramatisch. Aber wenn man ehrlich ist, besteht ein großer Teil unseres Alltags genau aus diesen kleinen Dingen. Jedes einzelne Teil möchte verwaltet werden. Es braucht Platz, Aufmerksamkeit und irgendwann eine Entscheidung. Und je mehr Dinge wir besitzen, desto mehr dieser kleinen Entscheidungen begleiten uns jeden Tag. Es geht darum, mehr Raum für das zu schaffen, was einem wirklich wichtig ist.
Was bedeutet Minimalismus eigentlich?
Minimalismus bedeutet nicht, mit 100 Dingen zu leben oder auf alles zu verzichten. Es geht darum, Platz für das zu schaffen, was dir wichtig ist. Für mich bedeutet Minimalismus vor allem bewusst zu entscheiden:
- Welche Dinge brauche ich wirklich?
- Was macht mein Leben leichter?
- Welche Dinge belasten mich eher, als dass sie mir helfen?
Was bedeutet Minimalismus für dich? Wie kommt Minimalismus in deinem Alltag vor? Schreibe es mir gerne in die Kommentare!

Warum so viele Menschen mit Minimalismus anfangen.
Immer mehr Menschen hinterfragen ihren Konsum, sehen die vielen Dinge im zu Hause, die nie genutzt werden und merken, dass es oft die ganzen Dinge im zu Hause sind, die einen zusätzlich stressen.
- Die Wohnung fühlt sich ständig unordentlich an
- Man kauft Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht
- Der Alltag wirkt überladen
- Man möchte Geld sparen
- Man wünscht sich mehr Zeit und weniger Stress
und genau das sind auch meine Gründe, warum ich beim Minimalismus gelandet bin. Möchtest du auch anfangen? Dann hol dir gerne meinen kostenlosen Ausmist-Guide!
Dinge Loslassen lernen
Viele Dinge behalten wir nicht, weil wir sie brauchen. Wir behalten sie aus Gewohnheit oder weil wir Gel dafür ausgegeben haben. Oder auch weil Erinnerungen dran hängen. Doch ein Gegenstand erfüllt seinen Zweck nicht, wenn er im Schrank liegt. Manche Dinge erfordert sogar zusätzlich Arbeit, indem sie sauber gemacht werden müssen, abgestaubt oder generell einfach Platz einnehmen.
Es sind Ressourcen, die von dir genutzt werden. Ressourcen, wie Zeit, Energie, Platz – und der Nutzen des Gegenstands steht dann oft nicht im Verhältnis. Wenn du Loslässt, kannst du Platz schaffen, um wieder freier atmen zu können. Aber es wird sich ungewohnt anfühlen. Dennoch wirst du merken, wie befreien das Gefühl ist, wenn weniger visuelle Reize im zu Hause sind.
Konsum hinterfragen
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